Tierversuche & Versuchstierhaltung

Tierversuche

weisse Mäuse in Transportbox

Für belastende Tierversuche gilt, dass sie auf ein unerlässliches Mass zu reduzieren sind. Was das bedeutet und wie die Prüfung anlässlich des Bewilligungsverfahrens zum einzelnen Projekt abläuft, ist in detaillierten Bestimmungen der Tierschutzgesetzgebung geregelt.

Es bestehen Vorgaben zur Versuchsdurchführung, zur Haltung und Herkunft von Versuchstieren, zur Infrastruktur von Versuchstierhaltungen sowie zu personellen Voraussetzungen. Zudem muss die gesuchstellende Person belegen, dass das Versuchsziel nicht ohne Tierversuch, nicht mit weniger Tieren oder mit weniger Belastung für die Tiere erreicht werden kann.

Wer ein Tierversuchsprojekt durchführen möchte, benötigt dazu eine Tierversuchsbewilligung. Diese wird durch das jeweilige Veterinäramt des Kantons erteilt, in dem der Tierversuch durchgeführt werden soll. Handelt es sich um einen kantonsübergreifenden Tierversuch, so übernimmt ein Kanton die Federführung.

Das Versuchsvorhaben muss rechtzeitig im Voraus beim Veterinäramt mittels des vorgegebenen Gesuchsformulars (siehe "Mehr zum Thema" weiter unten) eingereicht werden. Das Bewilligungsverfahren kann 3 Monate Zeit benötigen.

Der Begriff Tierversuch ist weit gefasst. So gilt jede Massnahme als Tierversuch, bei der lebende Tiere verwendet werden mit dem Ziel:

  • eine wissenschaftliche Annahme zu prüfen,
  • die Wirkung einer bestimmten Massnahme am Tier festzustellen,
  • einen Stoff zu prüfen,
  • Zellen, Organe oder Körperflüssigkeiten zu gewinnen oder zu prüfen, ausser wenn dies im Rahmen der landwirtschaftlichen Produktion, der diagnostischen oder kurativen Tätigkeit am Tier oder für den Nachweis des Gesundheitsstatus von Tierpopulationen erfolgt,
  • artfremde Organismen zu erhalten oder zu vermehren,
  • der Lehre sowie der Aus- und Weiterbildung zu dienen.

Es werden nicht belastende (Schweregrad 0) und belastende Tierversuche unterschieden (Schweregrade 1-3). Gesuche zu belastenden Tierversuche werden zur Prüfung an die kantonale Tierversuchskommission überwiesen.

Personen, die Tierversuche durchführen oder leiten wollen, benötigen dafür eine spezielle Aus- resp. Weiterbildung. Zudem müssen sie sich im Tierversuchsbereich regelmässig fortbilden. Anerkannte Kursangebote finden Sie auf der Homepage des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV (siehe "Mehr zum Thema" weiter unten).

Versuchstierhaltungen

Wer Versuchstiere züchtet, hält oder mit ihnen handelt benötigt dafür eine Bewilligung der kantonalen Behörde. Zu beantragen ist eine solche Bewilligung mit dem Formular beim Veterinäramt (siehe Formulare & Merkblätter). Die Bewilligung wird nach Beurteilung der Unterlagen und Inspektion der Versuchstierhaltung auf die Leiterin oder den Leiter der Versuchstierhaltung ausgestellt, die/der selber fachkundig sein muss.

Die baulichen, betrieblichen und personellen Voraussetzung sind der Tierschutzverordnung und der Tierversuchsverordnung zu entnehmen. Werden gentechnisch veränderte Tier gezüchtet oder gehalten gelten zusätzliche Anforderungen an die Überwachung der Tiere.

Was speziell bei der Entsorgung von Tierkörpern (Kadavern) aus Versuchstierhaltungen zu beachten ist, findet sich im Merkblatt "Entsorgung von kleinen Labortieren" (siehe Formulare & Merkblätter).

Kantonale Tierversuchskommission

Die Kantonale Tierversuchskommission setzt sich aus 11 Mitgliedern aus den Fachbereichen Versuchstierkunde, Tierversuche, Ethik und Tierschutz zusammen. Es werden 3 Mitglieder formell von den Tierschutzorganisationen als ihre Vertretung vorgeschlagen. Vertreterinnen und der Vertreter beider Hochschulen sind angemessen vertreten. Die Mitglieder sowie die Präsidentin oder der Präsident werden vom Regierungsrat gewählt.

Die Tierversuchskommission nimmt zu allen Tierversuchsgesuchen mit Belastung der Tiere Stellung und wirkt beim Vollzug, namentlich der Aufsicht über Versuchstierhaltungen mit. Die Tierversuchskommission unterbreitet ihren Entscheid dem Veterinäramt. Die Kommission oder 3 ihrer Mitglieder können Rekurs gegen die Tierversuchsbewilligungen des Veterinäramtes einreichen.

Die Kommission erfüllt ihre Aufgaben im Rahmen des Reglements der kantonalen Tierversuchskommission vom 18. Juni 2013.